Tokina AT-X 270 AF PRO II

Tokina AT-X 270 AF PRO II

Das Tokina AT-X 270 AF PRO II ist ein 28-70mm Objektiv mit sehr hoher Lichtstärke von f/2.6 bis f/2.8. Tokina hat dieses Objektiv bis 2001 gefertigt. Es ist universell einsetzbar, eignet sich auch hervorragend für Portraits. Es gibt verschiedene Versionen dieses Objektives, das PRO bis 1997, das PRO II auf das sich dieser Bericht bezieht und das PRO SV, das optisch nicht ganz an die PRO II Version heranreicht.

Meine Erfahrungen mit dem Tokina AT-X 270 AF PRO II

Für Nikon Vollformat gab es lange Zeit eigentlich nur ein wirklich richtig gutes Standard-Zoom: Das Nikon AF-S Nikkor 24-70mm f/2.8 G ED und etwas später dessen Nachfolger mit VR. Die Alternative von Nikon, das Nikon AF-S Nikkor 28-70mm f/2.8 D IF ED ist zentnerschwer und war in den 2010er Jahren auch gebraucht noch sehr teuer. Ich habe ein bezahlbares Standardzoom für meine Nikon D700 gesucht und das Nikon AF-S Nikkor 24-70 f/2.8 G ED war für mich unbezahlbar.

Von anderen Herstellern, wie Sigma oder Tamron, gab es auf dem Markt in den 2010er Jahren keine ernst zu nehmenden Alternativen. Die optische Qualität und vor allem die Verarbeitungsqualität der beiden Hersteller waren damals nicht auf der Höhe wie heute, das hat sich bei diesen beiden Herstellern zum Glück erheblich verbessert und in der Regel auf dem gleichen Niveau wie bspw. von Nikon.

Für mich gab es hier nach langem Suchen doch noch eine Alternative – das Tokina AT-X 270 AF PRO II. Von der Qualität der Tokina-Objektive bin ich absolut überzeugt. Man bekommt für einen fairen Preis vielleicht nicht die neueste Technik, dafür solide Verarbeitung und Robustheit. Das AT-X 270 AF PRO II soll ursprünglich von Angenieux gerechnet worden sein und überragende Abbildungsqualität besitzen – darauf gehe ich noch ein.

Mechanische Eigenschaften

Die mechanischen Eigenschaften sind typisch Tokina. Das Tokina AT-X 270 AF PRO II ist gebaut wie ein Panzer. Es besteht überwiegend aus Glas und Metall. Wie fast alle Midrange-Zooms ist auch dieses Objektiv ein ziemlicher Brocken. Wenn auch bei maximaler Brennweite maximale Blendenöffnung erforderlich ist, geht das ganz schön ins Gewicht. Es ist mit knapp 800g nicht ganz so schwer wie das Pendant von Nikon aber in Kombination mit einer Nikon D700 macht ein Stadtspaziergang nur für wenige Stunden Spaß. Es fasst 77mm Filter, eine Gegenlichtblende war im Lieferumfang enthalten.

Tokina AT-X 270 AF PRO II

Zum Umschalten zwischen AF und MF gibt es auch an diesem Objektiv, wie an vielen allen anderen Tokina-Objektiven, die ich bislang hatte, einen Schiebeschalter. Man schiebt den Zoomring einfach nach vorn oder hinten. Das funktioniert bei anderen Objektiven von Tokina etwas besser als bei diesem Objektiv.

Das Tokina AT-X 270 AF PRO II ist kompatibel zu allen Nikon Kameras mit F-Bajonett und integriertem AF-Motor. An den digitalen Consumer-Kameras ohne AF Motor oder Nikon Z Kameras mit Nikon FTZ Adapter funktioniert es nur mit manuellem Fokus. An den digitalen Nikon Vollformatkameras mit F-Bajonett funktioniert es problemlos.

Optische Eigenschaften

Die optischen Eigenschaften an meiner Vollformat Nikon D700 haben meine Erwartungen erfüllt. Es ist sowohl im Weitwinkel als auch im Telebereich scharf, auch bei Offenblende in der Mitte. Gleichzeitig hält sich die Verzerrung über den gesamten Brennweitenbereich in Grenzen, ebenso die Vignettierung.

Eine Sache ist auffällig schlechter, als bspw. beim Nikon AF-S Nikkor 24-70mm f/2.8 G ED: Wie auch andere Tokina-Objektive neigt es zu starken Farbsäumen im Weitwinkel bei schräg einfallendem Licht oder Gegenlicht – generell bei starken Kontrasten an klaren Linien. Das kann teilweise softwareseitig in der Postproduktion entfernt werden. Bei Gegenlicht neigt das Objektiv zudem zu Lensflares, aber nicht wirklich schlimm.

Mein Fazit zum Tokina AT-X 270 AF PRO II

Ich habe das Objektiv auf 2 größeren Fernreisen an meiner Nikon D700 dabei gehabt. Ich wurde optisch nicht enttäuscht – es ist scharf, der AF ist schnell und es ist universell. Jedoch ging mir mit der Zeit das hohe Gewicht der Kombination aus Kamera und Objektiv ziemlich auf die Nerven. Das liegt aber nicht am Objektiv, sondern daran, dass ich glaubte ein lichtstarkes Standardzoom auf Reisen mitnehmen zu müssen. Heute bin ich da etwas erfahrener und nehme mein Nikon AF-S Nikkor 24-70mm f/2.8 G ED auch nur dann mit, wenn es sein muss. Bspw. auf Veranstaltungen.

Ich schleppe ungern große Fototaschen mit mir herum und wähle morgens ein Objektiv, mit dem ich den Tag über fotografiere – diese Einschränkung hilft manchmal wirklich sich auf das Motiv zu konzentrieren und nicht auf das Equipment.

Ich habe dieses Objektiv am Ende nach einem halben Jahr wieder verkauft – mit einem kleinen Plus im Portemonnaie und dem Erfahrungsgewinn, dass eine leichte Ausrüstung manchmal mehr Freude bereitet als ein universell einsetzbares Objektiv.

Als Alternative im Midrange-Zoom-Bereich kann ich es aber wirklich empfehlen. Eine etwas lichtschwächere, aber deutlich kompaktere und leichtere Objektiv-Empfehlung ist alternativ zu diesem Objektiv das Nikon AF Nikkor 28-70mm f/3.5-4.5 D.

Inzwischen gibt es zahlreiche sinnvolle Alternativen für Nikon F, die bspw. auch mit dem FTZ-Adapter an Z-Kameras verwendet werden können. Das Benchmark für Nikon ist immer noch ganz klar das AF-S 24-70mm f/2.8 G ED sowie die VR Variante. Gebraucht ab ca. 500€ sind das gute Investitionen. Aber auch von Sigma oder Tamron gibt es gute Standardzooms mit Bildstabilisator.

Beispielfotos mit dem Tokina AT-X 270 AF PRO II

Fotografiert mit Nikon D700 und Tokina AT-X 270 AF PRO II
Fotografiert mit Nikon D700 und Tokina AT-X 270 AF PRO II
Fotografiert mit Nikon D700 und Tokina AT-X 270 AF PRO II
Fotografiert mit Nikon D700 und Tokina AT-X 270 AF PRO II
Fotografiert mit Nikon D700 und Tokina AT-X 270 AF PRO II