Das Nikon AI Nikkor 28mm f/2.8 ist eine lichtstarke Weitwinkel-Festbrennweite mit manuellem Fokus. Es wurde ab Mitte der 70er bis in die 80er Jahre hinein gefertigt und ist kompatibel mit analogen und digitalen Nikon Kameras mit F-Bajonett. Mit seiner Brennweite von 28mm ist es ein klassisches Street- und Reportage-Objektiv, das sich auch hervorragend für Landschaftsaufnahmen eignet.
Meine Erfahrungen mit dem Nikon AI Nikkor 28mm f/2.8
Dieses kleine Wunderwerk der Mechanik gehört zu meinen absoluten Lieblingsobjektiven. Dass es keinen Autofokus besitzt, stört mich nicht. Dafür hat es eine mechanische Qualität, die heute bei Nikon nur noch im sehr hochpreisigen Segment durch die von Consina gefertigten Objektive von Zeiss oder Voigtländer bedient wird. Ich habe mein Exemplar auf der Suche nach einem leichten Weitwinkel für meine Nikon D700 gekauft und mehrere Jahre auf vielen Reisen damit fotografiert. Ich habe es erst verkauft, als ich mit meiner Nikon Coolpix A eine Kamera erworben habe, deren Bildwinkel ebenfalls ca. 28mm entspricht.
Es gibt von Nikon sehr viele Varianten des 28mm, darunter auch das lichtstärkere 2.0 Objektiv oder auch die AI-s Variante, die insbesondere im Nahbereich dank CRC noch mal eine Schippe drauflegt.
Mechanische Qualität des Nikon AI Nikkor 28mm f/2.8
Die Verarbeitungsqualität dieses Objektivs ist hervorragend. Es ist vollständig aus Metall und Glas gefertigt. Der Fokusring läuft angenehm seidenweich, Blenden rasten deutlich ein – es gibt wie bei allen AI / AI-s Objektiven nur volle Blendenstufen – und man hat jederzeit das Gefühl voller Kontrolle. Ich habe das Objektiv an der Nikon D700, an der Nikon Df und an der Nikon FM2 verwendet. Auch ohne Mattscheibe mit Schnittbildindikator an den DSLRs fiel mir das Fokussieren stets leicht. Mittels der sog. „Hasenohren“ kann die Blende auch an ältere Nikon-Kameras ohne AI übertragen werden.
Insbesondere im Bereich Street Photography eignet es sich aufgrund seiner kompakten Maße und der damit verbundenen Unauffälligkeit an Kameras wie der Nikon Df. Aufgrund der geringen Größe ist es ein guter Begleiter, auch wenn man ein anderes Objektiv dabei hat, passt es immer noch irgendwo in die Fototasche. Der fehlende Autofokus macht sich bei manchen Situationen natürlich bemerkbar. Für die Fotografie von spielenden Kindern verwende ich lieber mein Nikon AF-S Nikkor 35mm f/1.8 G ED, aber für Street- und Landschaftsfotografie ist es wirklich klasse.
Optische Eigenschaften des Nikon AI 28mm f/2.8
Das Objektiv liefert bei Offenblende im Zentrum bereits hervorragende Schärfe. Hier ist der AI-s Nachfolger nochmal etwas schärfer, aber ich bin nicht sicher, wer den Unterschied im Alltag wirklich sehen kann. Abblenden bringt ab ca. f/4 noch einmal mehr Kontrast und vor allem bessere Ränder. Die Vignette ist bei f/5.6 fast vollständig verschwunden.
Die Farbwiedergabe ist – wie auch bei dem von mir eine Zeit lang verwendeten Nikon AI-s Nikkor 24mm f/2.8 – etwas kühl und neutral. Ich empfinde moderne Nikon Objektive immer als etwas wärmer, fast golden von der Farbwiedergabe.
Das Bokeh ist weich, teilweise etwas unruhig aber nicht störend. Ich habe das Objektiv auch für Environmental Portraits eingesetzt und war sehr zufrieden.
Mein Fazit
Wer auf der Suche nach einem erstklassigen 28mm für Film und Digital für Nikon F ist, kann hier bedenkenlos zugreifen. Gut erhaltene Exemplare sind derzeit zwischen 150€ und 300€ zu finden. Es gibt auch noch eine etwas teurere neuere Variante, das Nikon AI-s Nikkor 28mm f/2.8. Das verfügt dann auch noch über eine CRC genannte Nahfeldkorrektur und liefert noch schärfere Aufnahmen, kostet aber auch etwas mehr.
Beispielfotos




