Das Nikon AF-S Nikkor 50mm f/1.8 G ist das typische Nifty-Fifty für digitale Nikon F Kameras. Es ist kompakt, günstig und bietet eine großartige Abbildungsqualität. Nikon hat das Objektiv 2011 als Nachfolger des legendären Nikon AF Nikkor 50mm f/1.8 D auf den Markt gebracht. 2026 wird es immer noch neu produziert. Neben der hier beschriebenen Variante gibt es auch noch eine Version in Retro-Optik, die mit der Nikon Df verkauft wurde – das Nikon AF-S Nikkor 50mm f/1.8 G SE.
Meine Erfahrungen mit dem Nikon AF-S Nikkor 50mm f/1.8 G
Ich habe dieses Objektiv im Jahr 2011 neu für meine Nikon D700 gekauft und viele Jahre an der D700 und an der Nikon Df verwendet, dieses beschriebene Exemplar hier habe ich irgendwann gegen die Special Edition ausgetauscht. Wie für ein 50er typisch, habe ich von Reisen über Portraits und Veranstaltungen alles mögliche mit dem Objektiv fotografiert und so seine Stärke und seine Charakteristik kennengelernt. Ich setzte dieses 50mm Objektiv gern ein, weil es so schön kompakt ist und besonders an der Nikon Df hervorragend von der Balance passt – wahrscheinlich hat Nikon auch deshalb das 50mm für die Special Edition, die seit 2013 mit der Df zu kaufen gab, ausgewählt.
Mechanische Eigenschaften
Ein lichtstarkes 50mm Objektiv ist in der Regel kompakt und nicht so aufwändig – jeder Hersteller hat eins und bietet es günstig an. So auch Nikon mit diesem 50mm f/1.8G. Es eignet sich sowohl für Crop- als auch für Vollformatkameras. Wie alle G-Nikkore hat es keinen Blendenring mehr, so dass das Objektiv an alten mechanischen Kameras eingeschränkt oder gar nicht verwendbar ist. Das hat mich früher nicht gestört, seitdem ich wieder mit analogen Kameras fotografiere, war das eine gute Gelegenheit weitere 50mm Objektive zu kaufen…
Das Gehäuse des Objektivs ist vollständig aus Kunststoff gefertigt. Der fühlt sich hochwertig an. Das Bajonett ist aus Metall, es gibt auch eine kleine Gummi-Abdichtung am Bajonett, um das Eindringen von Staub und Feuchtigkeit zu verhindern.


Mit einer Länge von 5,2cm ist es sehr kompakt und passt in jede Kameratasche. Dazu wiegt es nicht mal 200g, ein echtes Leichtgewicht. Beim Fokussieren fährt das vordere Linsenelement vor und zurück, die Gesamtlänge des Objektivs ändert sich dadurch nicht.
Das 58mm Filtergewinde ist aus Kunststoff. Das ist etwas, was mich bei nahezu allen AF-S Nikkoren wirklich nervt. Diese Gewinde verschleißen mit der Zeit, so dass bei gebrauchten Objektiven gern mal ein verkanteter Filter oder ein beschädigtes Gewinde zu finden ist. Also Augen auf.


Es gibt noch einen Schalter am Objektiv, um zwischen AF und MF umzuschalten – das wars. Mechanisch nicht aufwändig, solide gefertigt und gebraucht meistens in akzeptablem Zustand. Bei gebrauchten Exemplaren ist häufig die goldene Beschriftung abgenutzt.
Der Autofokus ist relativ schnell und präzise. Der integrierte Ultraschallmotor hat bei einem so kleinen Objektiv nicht viel zu bewegen. Durch den integrierten AF-Motor ist es zu allen digitalen Nikon Kameras mit F-Bajonett und auch zu Z-Kameras am FTZ-Adapter kompatibel. Auch an einigen analogen Kameras, bspw. der F100 kann es problemlos verwendet werden.
Das Objektiv wird mit ringförmiger Gegenlichtblende Nikon HB-47 und einem Stoffköcher geliefert.
Optische Eigenschaften
Wie die meisten von Nikons Festbrennweiten der f/1.8G Serie ist auch dieses Objektiv bereits mit Offenblende gut einsetzbar, wenn auch die Bildschärfe durch Abblenden deutlich verbessert werden kann. Wer knackscharfe Bilder möchte, sollte mindestens mit f/2.8 fotografieren. Das Bokeh des Nikon AF-S Nikkor 50mm f/1.8 G ist weich und definitiv besser als bei den Vorgängermodellen:

Das Objektiv ist ein günstiger Kompromiss und hat leider auch ein paar deutliche Schwächen: Ich habe jedoch bislang auch noch kein 50mm Objektiv gehabt, was so stark verzeichnet und so stark vignettiert. Ja, das bringt auch Charakter in die Bilder aber das können andere Hersteller deutlich besser. Diese Effekte lassen sich jedoch in der Nachbearbeitung, bspw. in Lightroom problemlos korrigieren.
Mein Exemplar hat einen leichten Backfokus, ich habe das über die AF-Feinabstimmung korrigieren müssen. Jetzt ist es scharf, jedoch wenn ich das Vorgängermodell Nikon AF Nikkor 50mm f/1.8D vergleiche, habe ich den Eindruck dass das AF-S etwas weniger Scharf im Zentrum bei Offenblende ist, ab f/4 wird’s besser. Die Ränder sind hingegen beim neueren Modell durchweg schärfer, allerdings auch stärker vignettiert. Wer mehr Naheinstellgrenze braucht, sollte zu einem Makro-Objektiv wie dem Nikon AI Micro-Nikkor 55mm f/3.5 greifen.
Mein Fazit zum Nikon AF-S Nikkor 50mm f/1.8 G
Wirklich gut an diesem Objektiv ist sein Preis. Man bekommt neu für knapp 200€ und gebraucht für knapp 100€ ein scharfes und lichtstarkes Objektiv, das man auch an günstigen APS-C Kameras und am FTZ-Adapter an Z-Kameras prima für Portraits einsetzen kann.
An diesem Objektiv kann ich gut meine eigene fotografische Entwicklung beobachten. Es war neu, also musste ich es haben. Deshalb habe ich das Nikon AF Nikkor 50mm f/1.8 D verkauft. Dann habe ich die Stärken und Schwächen kennengelernt und es war mir oft nicht scharf genug. Auf den Charakter des Bildes und den Charakter der Unschärfe habe ich gar nicht so geachtet. Im Nachhinein ein Objektiv für Nikon F mit sensationellem Preis-Leistungsverhältnis.
Gute Alternativen gibt es auch von Nikon: Wer ein wirklich knackscharfes 50er sucht, sollte sich vielleicht lieber das Nikon AF-S Micro Nikkor 60mm f/2.8 G ED anschauen, das zwar lichtschwächer aber scharf wie ein Rasiermesser. Alle Micro-Nikkore, also die 55mm Varianten der Micro-Nikkore, sowohl als AI und AI-s (Nikon AI Micro Nikkor 55mm f/3.5, Nikon AI Micro Nikkor f/2.8, Nikon AI-s Micro Nikkor 2.8) als auch die 60mm Varianten (Nikon AF Micro Nikkor 60mm f/2.8 D, Nikon AF-S Micro Nikkor 60mm G) haben ein schönes Bokeh, und sind bereits bei Offenblende voll einsetzbar.
Lichtstärker sind die 1.4er Varianten des 50mm und des 58mm, beide sind aber auch teurer – insbesondere das wunderschöne 58mm f/1.4 schlägt neu vierstellig zu Buche, gebraucht muss man auch zwischen 600€ und 900€ bezahlen.
Mit manuellem Fokus gibt es ebenfalls unzählige gute Alternativen, die aber inzwischen teils schon ordentlich im Preis gestiegen sind. Neben den Nikon AI- und AI-s Nikkoren mit Blenden 1,2, 1,4, 1,8 und 2,0 gibt es die von Cosina in Japan gefertigten Zeiss-Objektive bspw. das Carl Zeiss Planar 1.4/50 ZF.2 oder die Voigtländer 55mm 1,2 oder 58mm 1,4 Objektive. Alles echte mechanische Sahnestücke und voll kompaktibel zu mechanischen und digitalen Kameras.
Beispielfotos mit dem Nikon AF-S Nikkor 50mm f/1.8 G





