Nikon AF Nikkor 70-210mm f/4

Nikon AF Nikkor 70-210mm f/4

Das Nikon AF Nikkor 70-210mm f/4 war Nikons erstes Telezoom-Objektiv mit Autofokus und kam im Jahr 1986 auf den Markt. Es wurde nur etwas mehr als zwei Jahre produziert und dann 1988 durch das etwas lichtschwächere Schiebezoom 70-210mm f/4-5.6 ersetzt.

Video-Erfahrungsbericht zum Nikon 70-210mm f/4

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Meine Erfahrungen mit dem Nikon AF Nikkor 70-210mm f/4

Für die Fotografie von Veranstaltungen benötigte ich ein Telezoom mit möglichst konstanter Lichtstärke. Ein f/2.8 passte zu der Zeit nicht ganz ins Budget. Zunächst fiel meine Aufmerksamkeit auf Nikons damals gerade erst erschienenes Nikon AF-S Nikkor 70-200 f/4 G ED VR. Zumindest auf dem Papier und in den Reviews ein tolles Objektiv zu einem ordentlichen Preis. Dann fiel mir ein, gab es nicht schon einmal ein Nikon in dem Brennweitenbereich mit f/4? Und so bin ich auf dieses Objektiv gekommen. Es wurde nur von 1986 bis 1988 gebaut und dann rasch durch das Schiebezoom ersetzt, das ich übrigens ebenfalls besessen habe (es war mein erstes Teleobjektiv).

Ich habe das Objektiv einige Jahre besessen und damit vor allem in Innenräumen Veranstaltungen an meiner Nikon Df fotografiert. Ich habe es jedoch – auch weil es in der Coronazeit kaum Veranstaltungen gab – aufgrund Nicht-Nutzung wieder verkauft und fotografiere jetzt meistens mit einem Tamron SP AF 70-200mm f/2.8 Di LD (IF) Macro, mit dem man eigentlich auch erst ab f/4 vernünftig fotografieren kann.

Mechanische Eigenschaften

Die Fertigungsqualität ist vergleichbar mit Nikons professionelleren Zooms der späten 1980er und 1990er Jahre. Das Gehäuse und auch das Bajonett sind aus Metall, es wird kaum Kunststoff verwendet. Mit einem Gewicht von knapp 750g ist es nicht ganz so schwer aber auch kein Leichtgewicht. Das Objektiv hat einen Innenzoom, so dass die Länge egal welche Brennweite gewählt wird, gleich bleibt. Unterschiedlicher Fokus verändert die Länge nur um knapp einen Zentimeter.

Der Zoomring ist sehr breit, der Fokusring sehr schmal, so dass manuelles Fokussieren – falls gewünscht oder nötig – sehr unbequem ist. Es fasst die für die Zeit typische Filtergröße 67mm.

Es war Nikons erstes Autofokus Telezoom und damals vermutlich eine kleine Sensation. Für heutige Verhältnisse ist der Autofokus kein Quell der Freude. Vom Nah- bis zum Telebereich werden bis zu 5 Sekunden benötigt – Sportfotografie kann man mit diesem Objektiv getrost bleiben lassen. Ohne eigenen Fokusmotor ausgestattet, fokussiert es an vielen von Nikons Consumer-Modellen sowie an Nikon Z Kameras mit Nikon FTZ Adapter nur manuell. Ansonsten kann ich wenig klagen. Der Autofokus war im mittleren und weiten Bereich treffsicher, für Makro ist es nicht geeignet.

Es hat einen Blendenring, so dass theoretisch auch an mechanischen Nikon-Kameras, wie den FE oder FM-Kameras, fotografiert werden kann und die Blende mechanisch an die Kamera übertragen wird.

Optische Eigenschaften

Mit einer durchgehenden Lichtstärke von f/4 kann man auch im im Tele in Innenräumen noch ganz gut fotografieren. Allerdings muss man bei Offenblende erwartungsgemäß einige Abstriche machen. Die Schärfe bei f/4 ist okay im Zentrum, weich am Rand. Bereits geringes Abblenden auf f/5 oder f/6.3 bringt deutlich sichtbare Verbesserung aller Parameter wie Schärfe, Kontrast und Vignette. Die Vignette ist bei f/4 deutlich sichtbar!

Ich finde mein Exemplar war im Telebereich schärfer als im Nahbereich. Ich empfand es auch schärfer im Telebereich als der Nachfolger dieses Objektivs – das Nikon AF Nikkor 70-210mm f/4-5.6 Schiebezoom.

Bei Offenblende und starkem Gegenlicht neigt dieses Objektiv zu magentafarbenen Farbsäumen, die man in der Postproduktion nicht ganz einfach weg bekommt.

Hier noch einige Aufnahmen, die Vignette und Verzeichnungen sowie das Bokeh bei Offenblende f/4 in den verschiedenen Brennweiten zeigen:

Nikon AF Nikkor 70-210mm f/4 bei Offenblende f/4 und 70mm
Nikon AF Nikkor 70-210mm f/4 bei Offenblende f/4 und 70mm
Nikon AF Nikkor 70-210mm f/4 bei Offenblende f/4 und 90mm
Nikon AF Nikkor 70-210mm f/4 bei Offenblende f/4 und 90mm
Nikon AF Nikkor 70-210mm f/4 bei Offenblende f/4 und 100mm
Nikon AF Nikkor 70-210mm f/4 bei Offenblende f/4 und 100mm
Nikon AF Nikkor 70-210mm f/4 bei Offenblende f/4 und 135mm
Nikon AF Nikkor 70-210mm f/4 bei Offenblende f/4 und 135mm
Nikon AF Nikkor 70-210mm f/4 bei Offenblende f/4 und 200mm
Nikon AF Nikkor 70-210mm f/4 bei Offenblende f/4 und 200mm

Mein Fazit zum Nikon AF Nikkor 70-210mm f/4

Vom Preis/Leistungsverhältnis eine ganz klare Kaufempfehlung. Die meisten Objektive dieses Brennweitenbereichs dieser Zeit performen deutlich schlechter und sind nicht so hochwertig verarbeitet. Für unter 200€ bekommt man ein Objektiv, das leicht abgeblendet hervorragende Ergebnisse über den gesamten Brennweitenbereich mit konstanter Lichstärke bietet.

Klar, es gibt einige Nachteile. Der AF ist langsam und funktioniert nur an Kameras mit integriertem Autofokusmotor. Dazu ist es größer, als die vergleichbaren Schiebezooms und man muss schon Glück haben, noch ein Exemplar zu ergattern.

Alternativen gibt es zahlreiche, allen voran natürlich das Nikon AF-S Nikkor 70-200mm f/4 VR, das zwar doppelt so viel kostet, aber einen hervorragenden VR mitbringt und bereits bei Offenblende voll einsetzbar ist.

Beispielfotos mit dem Nikon AF Nikkor 70-210mm f/4

Aufgenommen mit Nikon AF Nikkor 70-210mm f/4 an einer Nikon Df
Aufgenommen mit Nikon AF Nikkor 70-210mm f/4 an einer Nikon Df
Aufgenommen mit Nikon AF Nikkor 70-210mm f/4 an einer Nikon Df
Aufgenommen mit Nikon AF Nikkor 70-210mm f/4 an einer Nikon Df
Aufgenommen mit Nikon AF Nikkor 70-210mm f/4 an einer Nikon Df
Aufgenommen mit Nikon AF Nikkor 70-210mm f/4 an einer Nikon Df
Aufgenommen mit Nikon AF Nikkor 70-210mm f/4 an einer Nikon Df
Aufgenommen mit Nikon AF Nikkor 70-210mm f/4 an einer Nikon Df
Aufgenommen mit Nikon AF Nikkor 70-210mm f/4 an einer Nikon Df