Gebraucht kaufen

Nikon AF Nikkor 28-105mm f/3.5-4.5 D

Warum gebraucht?

In meinem Fotoblog sowie auf meiner Website www.christianmitschke.de berichte ich regelmäßig über Fotoreisen und Reisefotografie. Dafür kaufe ich in der Regel nur gebrauchte Ware. Ich möchte ein paar meiner Erfahrungen teilen.

Die letzte Kamera, die ich tatsächlich neu gekauft habe, war meine Nikon D50 – das war im Jahr 2007. Und das letzte Objektiv, das ich neu gekauft habe, war 2012 mein Nikon 35mm f/1.8 G ED, weil es das noch nicht gebraucht gab. Alles andere – sowohl meine Vollformatkameras, alle Objektive, Blitzgeräte, Funkempfänger oder Stative, aber auch meinen EIZO-Monitor zur Bildbearbeitung habe ich gebraucht erworben. Ich habe das nie bereut und auch in den vielen Jahren, in denen ich Objektive ausprobiere nie etwas erworben, was dann nicht dem beschriebenen Zustand entsprochen hat.

Neukäufe tätige ich eigentlich nur, wenn es sich um „Verbrauchsmaterial“, wie Akkus oder Speicherkarten handelt. Oder bei Artikeln, die es noch nicht gebraucht zu kaufen gibt, und die ich unbedingt haben möchte.

Nikon Df

Es muss nicht immer Neuware sein!

Alle Jahre wieder – nicht nur zu Weihnachten – setzt die Fotoindustrie uns allen wieder tolle neue Ideen für Zubehör, Ausrüstung, Kameras und Objektive in den Kopf. Und wie die Psychologie der Werbung eben funktioniert, löst es bei den meisten von uns den „haben-wollen“ Mechanismus in Gang. 2 Mausklicks später ist der Wunsch in eine Bestellung umgewandelt und das Konto um einen kleinen oder auch größeren Betrag ärmer.

Einige Ausrüstungsteile gibt es allerdings auch nicht mehr neu zu kaufen, wie die meisten älteren Manuell Fokus Objektive mit M42 Anschluss oder auch ältere Nikon AI und AI-s Linsen. Auch Filmkameras sind in der Regel nur noch gebraucht zu bekommen, wenn man von ein paar Alternativen wie der Leica M6, der Rollei 35 AF oder der Pentax 17 mal absieht.

Wo kauft man gebrauchtes Fotozubehör am Besten?

Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kauft bei einem Händler. Die gibt es vor Ort und natürlich online. Die Hersteller bieten teilweise sogar selbst aufbereitete gebrauchte Ware, bei Nikon als „Refurbished“ gekennzeichnet.

Sowohl dort als auch beim kleinen Händler um die Ecke erhält man in der Regel geprüfte Wahre, einen gut dokumentierten Zustand und Hinweise über Mängel sowie Rechnung und eine Gewährleistung, teilweise auch Garantie. Für diesen Service muss man natürlich auch bezahlen. Gegenüber neuen Artikeln spart man etwas Geld und erhält oft Ware im neuwertigen Zustand.

Wer mehr sparen möchte, kauft meistens von Privat gebraucht. Das passiert auf Fotobörsen aber in der Regel über Kleinanzeigenportale im Internet. Das Risiko steigt hier durch die üblichen Betrugsversuche. Deshalb ist eine gewisse Skepsis sinnvoll.

Man sollte vor allem darauf achten, wie gut der Artikel dokumentiert und fotografiert ist, ob auf vorhandene Vorschäden näher eingegangen wird und wie die Versand- und Zahlungsbedingungen sind. Auch ein Herkunftsnachweis, wie die Originalrechnung können sinnvoll sein. Bei Gebrauchtportalen lohnt es sich auch darauf zu schauen, welche anderen Artikel der Verkäufer anbietet und wie lange er im Portal bereits angemeldet ist. Meistens sind Betrüger auf den zweiten Blick gut zu erkennen. Bei Interesse sollte zunächst Kontakt aufgenommen werden und ggf. ein paar Fragen zum Artikel gestellt werden, von denen man sich sicher sein kann, dass sie nur jemand beantworten kann, der auch im Besitz der Ware ist. Alternativ lohnt sich auch die Selbstabholung und das Ausprobieren vor Ort, wenn möglich.


Praxistipp: Worauf sollte man beim Kauf gebrauchter Objektive besonders achten?

Da ich besonders häufig gebrauchte Objektive zum Ausprobieren oder auf der Suche nach dem perfekten Objektiv kaufe und ab und zu auch wieder verkaufe, achte ich besonders auf diese Punkte:

Vorsicht vor Phishing!

Deshalb auf Nummer sicher gehen!

Bezahlung im Vorraus online mit Käuferschutz

oder erst nach Erhalt der Ware (das wird in der Regel nicht akzeptiert).

Bezahlung bei Abholung vor Ort 

ist teilweise auch eine gute Option. Man lernt nette Leute kennen, kann auch die Ausrüstung ausprobieren.

Nicht unter Druck setzen lassen! 

Besonders verknappende Kommunikation, die suggeriert, dass das Angebot nur kurz gültig ist oder schon andere interessiert sind, sollte einen skeptisch machen.