Tokina AT-X 124 AF PRO DX

Tokina AT-X 124 AF PRO DX

Das Tokina AT-X 124 PRO DX ist ein Weitwinkelzoomobjektiv für APS-C Sensoren. Es kommt mit einer konstanten Lichtstärke von f/4. Auf der Suche nach einem universellen Weitwinkelzoom für meine Nikon D50 bin ich auf dieses Tokina Objektiv gestoßen. Tokina ist einer der wenigen Dritthersteller, der für Nikon Kameras eine Qualität auf Erstausrüsterniveau oder sogar darüber liefert, zu einem fairen Preis und Made in Japan.

Meine Erfahrungen mit dem Tokina AT-X 124 AF PRO DX

Ich habe Erfahrungen mit der ersten Generation dieses Objektivs gemacht. Es ist Mitte der 2000er Jahre für Nikon und Canon Kameras auf den Markt gekommen. Später erschien noch eine zweite Generation, die einen Ultraschall-Autofokusmotor mitbrachte. So war es dann auch zu den günstigen Consumer-Kameras ohne integrierten Autofokusmotor, wie die Nikon D40, D60, D3000 oder D5000 Modelle kompatibel.

Mechanische Eigenschaften

Die mechanischen Eigenschaften sind typisch Tokina hervorragend. Das Objektiv ist, wie die meisten dieser Marke, solide wie ein Panzer, das Gewicht ist entsprechend mit über einem halben Kilo etwas höher. Der verwendete Kunststoff ist robust, wirkt aber hochwertig. Die Innenfokussierung hilft Staub und Feuchtigkeit vom Objektiv fern zu halten.

Lediglich die Mitgelieferte Gegenlichtblende fühlt sich sehr billig an. Wenn man nicht genau hinsieht beim Montieren, fällt einem die Gegenlichtblende herunter – oder wie mir – in Budapest leider von einer Donaubrücke in den Fluss. Die schwimmt jetzt vermutlich irgendwo im Schwarzen Meer.

Der Zoom geht angenehm weich, auch das manuelle Fokussieren ist feinfühlig möglich. Man kann zwischen Manuell und Autofokus durch Schieben des Fokusrings umschalten, was sehr praktisch ist, da man so nicht den Blick vom Sucher wenden muss, wenn es mal schnell gehen muss.

Tokina AT-X 124 AF PRO DX

Da das Objektiv in dieser ersten Generation, die ich beschreibe, keinen integrierten AF-Motor besitzt, muss die Kamera einen integrierten AF Motor haben. Ansonsten kann das Objektiv – beispielsweise an den Nikon Consumer Kameras oder Kameras der Nikon Z-Serie mit Nikon FTZ Adapter nur manuell fokussiert werden.

Dieses Objektiv ist zu Nikon DX Digitalkameras kompatibel, kann also nicht auf analogen Spiegelreflexkameras verwendet werden und nur sehr eingeschränkt an Nikon Vollformat-Kameras. Schaltet man auf der Vollformatkamera in den DX-Mode kann es uneingeschränkt (mit jedoch geringerer Auflösung der Kamera) verwendet werden. Im FX-Modus, getestet an meiner Nikon D700, ist es im Bereich 17-24mm ohne Vignettierung verwendbar. Hier ein Beispielfoto, aufgenommen bei 17mm an einer Nikon D700:

Rhein bei Maxau / Karlsruhe fotografiert mit Tokina AT-X 124 AF PRO DX an einer Nikon D700
Verwendung an Vollformatkameras: Rhein bei Maxau / Karlsruhe fotografiert mit Tokina AT-X 124 AF PRO DX an einer Nikon D700 Vollformatkamera

Optische Eigenschaften

Optisch überzeugt das Tokina vor allem an APS-C Kameras in fast jeder Situation. Die durchgehende Lichtstärke von f/4 hat natürlich Vor- und Nachteile. Oft habe ich mir etwas mehr Lichtstärke gewünscht aber immerhin ist es bereits bei Offenblende voll nutzbar, die Schärfe und der Kontrast sind bei Offenblende bereits richtig gut.

Die Vignettierung hält sich sogar bei 12mm in Grenzen, was wirklich überzeugend für ein solches Objektiv ist. Die Schärfe ist im Weitwinkel gut in der Mitte, wird durch Abblenden jedoch deutlich besser bis zu den Rändern hin. Der Nachteil dieses Objektivs sind deutlich sichtbare Farbsäume bei Offenblende. Wer in RAW fotografiert, kann diese in den meisten Fällen noch relativ gut korrigieren. Viele Kameras bieten auch die Möglichkeit, bereits im JPEG Korrekturen vorzunehmen.

Man sollte sich natürlich mit der Charakteristik eines Weitwinkels auseinandersetzen. Vor allem im extremen Weitwinkel verzerrt das Objektiv an den Bildrändern, so dass bspw. Gesichter unnatürlich wirken können. Auffällig ist das bspw. in dieser Szene, wo sowohl der Fußgänger links als auch die Melonen rechts unproportional verzerrt wirken. Dennoch eine schöne Aufnahme aus dem vorbeifahrenden Auto durchs Seitenfenster.

Fotografiert mit dem Tokina AT-X 124 AF PRO DX bei 12mm

Mein Fazit zum Tokina AT-X 124 AF PRO DX

Im Alltag war das Tokina ein wirklich guter und zuverlässiger Begleiter. Auch ohne die Gegenlichtblende habe ich zahlreiche sehr gute Fotos selbst bei ungünstigem Licht schießen können. Da es relativ kompakt ist, fällt es bei Street- und Stadtfotografie wenig auf.

Ich habe es beim Umstieg von DX auf FX schweren Herzens verkauft, weil ich für den Bereich von 17-24mm eher zu einer 24mm Festbrennweite greifen würde und mein Budget zu dieser Zeit noch knapper war, als heute. Für den Bereich 12-17mm ist es am Vollformat nicht brauchbar.

Für DX Kameras ist es absolut empfehlenswert und ein Kauftipp. Wer eine Kamera mit integriertem Autofokusmotor verwendet, bspw. eine Kamera der D7XXXer Serie oder eine D500 kann heute ein sehr günstiges und tolles Weitwinkelzoom bekommen. Wer das Objektiv aber bspw. am FTZ-Adapter an einer Nikon Z Kamera verwenden will, müsste entweder auf den AF verzichten oder ggf. auf die zweite Generation ausweichen. Schreibt mir dann bitte mal, ob der Autofokus am FTZ-Adapter funktioniert.

Beispielfotos mit dem Tokina AT-X 124 AF PRO DX

Fotografiert mit dem Tokina AT-X 124 AF PRO DX bei 12mm an einer Nikon D50
Fotografiert mit dem Tokina AT-X 124 AF PRO DX bei 12mm an einer Nikon D50
Fotografiert mit dem Tokina AT-X 124 AF PRO DX bei 12mm an einer Nikon D50
Fotografiert mit dem Tokina AT-X 124 AF PRO DX bei 12mm an einer Nikon D50
Fotografiert mit dem Tokina AT-X 124 AF PRO DX bei 12mm an einer Nikon D50
Fotografiert mit dem Tokina AT-X 124 AF PRO DX bei 12mm an einer Nikon D50