Nikon hat das Nikon AI Nikkor 28mm f/2.0 als manuelles Weitwinkelobjektiv für Nikon F in seinen verschiedenen Varianten (non-AI, AI und AI-s) im Zeitraum von 1978 bis 2005 hergestellt – 35 Jahre! Mit Lichtstärke 2.0 ist es sehr vielseitig einsetzbar.
Meine Erfahrungen mit dem Nikon AI Nikkor 28mm f/2.0
Ich habe mein Exemplar 2011 gebraucht erworben – auf der Suche nach einem leichten Weitwinkel für meine Nikon D700 und meine Nikon FM2. Ich habe dieses Objektiv erworben aber nur für etwa 2 Wochen genutzt. Deshalb ist das hier nur ein kurzer Erfahrungsbericht. Mir war mein Exemplar nicht scharf genug, deshalb habe ich mich später für das Nikon AI Nikkor 28mm f/2.8 entschieden, welches ich über viele Jahre ausgiebig verwendet habe. Ich bin nicht sicher, wie repräsentativ meine Meinung zu diesem Objektiv ist, ggf. war mein Exemplar einfach eine schlechtere Ausfertigung.
Mechanische Eigenschaften des Nikon AI Nikkor 28mm f/2.0
Wie fast alle AI- und AI-s Objektive ist auch dieses Nikon AI Nikkor 28mm f/2.0 hervorragend verarbeitet. Es ist etwas schwerer als die vergleichbaren Ausführungen mit f/2.8, es wiegt mit Deckeln ca. 350g. Das Objektiv ist aus Glas und Metall gefertigt und verfügt über die Nikon AI- und AI-s typischen Blendenmitnehmer für Non-AI Kameras – „Hasenohren“ genannt.
Die Blende lässt sich in vollen Blendenstufen am Blendenring einfach verstellen, sie rastet sauber ein. Der Fokus läuft angenehm weich und ist auch im Nahbereich sehr gut. Im Gegensatz zur AI-Variante mit f/2.8 ist die f/2.0 Ausführung mit Nikons Close Range Correction – CRC – ausgestattet. Dazu wird beim Fokussieren im Nahbereich eine Linsengruppe verschoben, um bessere Schärfe und kürzere Motivdistanzen zu ermöglichen.
Die Konstruktion unterscheidet sich von den f/2.8 Varianten und besteht aus 9 Linsen. Die Blende hat 7 Lamellen.
Optische Eigenschaften
Mein Exemplar war offenblending nicht zugebrauchen, die Schärfe war erst ab ca. f/4 brauchbar, so dass ich es zurücksenden musste. Generell verhält sich das f/2.0 genauso wie die anderen Festbrennweiten dieser Zeit. Bei Offenblende kann man mit guter Schärfe im Zentrum sein Motiv gut isolieren, die Ränder sind offen schwach. Ablenden hilft, meistens sind die Objektive ab f/4.0 gut einsetzbar, bei f/5.6 verschwinden auch Vignettierung und der Kontrast ist besser.
Vorsicht geboten ist besonders in Bezug auf Chromatische Aberationen. Diese treten bei nahezu allen AI- und AI-S Objektiven mit höherer Lichtstärke bei Offenblende auf. Das sind häufig sehr unschöne grüne bis lilafarbene Farbsäume, die man bspw. an geraden Objekten im Gegenlicht sieht. Für Weihnachtsfotos oder Fotos von kahlen Bäumen bei Offenblende muss man das unbedingt im Hinterkopf behalten und entsprechend abblenden.
Fazit
Wie gesagt, ich möchte dieses Objektiv nicht verreißen, weil ich einfach zu wenig Erfahrungen damit sammeln konnte. Ich schätze die kompakte Bauform aber konnte die Offenblende nicht wirklich nutzen. Als Alternativen sind bspw. das Nikon AI Nikkor 28mm f/2.8, das Nikon AI-s Nikkor 28mm f/2.8 oder auch das Nikon AF Nikkor 28mm f/2.8 D zu empfehlen, wenn man bei Nikon bleiben möchte. Alternativ fertigt Cosina unter der Marke Zeiss ebenfalls manuelle 28mm Objektive oder als Voigtländer zwei sehr kompakte 28mm für Nikon F.
Beispielfotos:



