Nikon D700

Nikon D700

Die Nikon D700 ist heute immer noch eine sehr gute Spiegelreflexkamera für den semiprofessionellen Fotografen. Nikon hat im Jahr 2008 mit dieser Kamera den Markt revolutioniert und das Vollformat auch semiprofessionellen Anwendern zugänglich und erschwinglich gemacht. Inzwischen hat die Kamera vor allem wegen ihrer tollen Bildqualität Kultstatus.

Meine Erfahrungen mit der Nikon D700

Die Nikon D700 war meine erste digitale Vollformat-Spiegelreflexkamera. Ich habe sie – wie fast meine gesamte Ausrüstung – 2011 gebraucht gekauft und habe sie über 5 Jahre genutzt. Ich bin mit ihr viel gereist, habe Veranstaltungen und Portraits fotografiert. Die D700 war für mich für die vielen Jahre das zuverlässige Arbeitstier in Sachen Fotografie.

Das Gehäuse der Nikon D700

Das Gehäuse der D700 ist ein professioneller Body aus einer Magnesium-Legierung, Robust wie ein Panzer – wiegt aber auch knapp ein Kilogramm. Es ist gegen Staub und Feuchtigkeit abgedichtet, hat gut erreichbare Knöpfe und Wählräder und ein beleuchtetes Schulterdisplay. Es gab in meiner Fotolaufbahn keine Situation, die ich mit der D700 nicht hätte meistern können.

Das Okkular des großen Suchers mit 95% Abdeckung lässt sich abdunkeln. Mit seinem einem großen und hoch auflösenden Bildschirm, einem hellen und großen Sucherbild und einem sehr verlässlichen 51-Punkt-Autofokussystem, lässt die D700 keine Wünsche offen. Wie bei vielen professionelleren Bodies muss man auf Motivprogramme oder ähnliche Consumer-Funktionen verzichten. Dafür sind die meisten Funktionen direkt per Taste zugänglich, so dass man nicht über das Menü gehen muss.

Das Gehäuse ist sehr robust und übersteht auch leichte Stürze ohne Blessuren. Mit integriertem AF-Motor kann man auch alte Nikon AF-Objektive nutzen, auch AI und AI-s Objektive können problemlos benutzt werden. In einem Artikel auf ChristianMitschke.de erkläre ich, welche Einstellungen bei der Verwendung von AI und AI-s Objektiven vorgenommen werden sollen.

Durch seine Größe und auch das etwas höhere Gewicht erhält man eine sehr gute Balance auch mit größeren Objektiven, wie den für diese Kameras erschienenen Nikon AF-S Nikkor 24-70mm f/2.8 G ED oder Nikon AF-S Nikkor 70-200 f/2.8 IF-ED VR. Allerdings hat man dann auch ganz schön was zu schleppen. Auf meiner Tour durch Kiew hatte ich die D700 in Kombination mit einem Tokina AT-X 280 AF PRO II dabei und bin am zweiten Tag auf das leichte Nikon AF Nikkor 50mm f/1.8 D gewechselt, weil die insgesamt über 2kg für einen entspannten Trip durch die Stadt doch etwas zu schwer waren.

Ein weiterer Vorteil des Gehäuses ist das integrierte Blitzgerät, welches beispielsweise in der Nikon Df und auch in der neuen Nikon D850 nicht enthalten ist. Der Blitz ist zwar nicht besonders lichtstark, kann aber zum Triggern von externen Blitzgeräten genutzt werden.

Wer auf mehr als einen Speicherkartenslot zurückgreifen will, muss hier Abstriche machen. Die D700 hat einen CF-Slot, die Übertragung per USB 2.0 ist nicht besonders schnell, die Dateien sind bei 12 Megapixel aber auch nicht besonders groß.

Bildqualität der Nikon D700

Die Nikon D700 ist eine digitale Vollformat Spiegelreflexkamera, deren CMOS Sensor mit 12 Megapixeln auflöst. Herausragend ist in diesem Fall das Rauschverhalten, denn die D700 liefert von ISO200 bis ISO3200 wirklich hervorragende Bilder ab, deren Bildrauschen nur als dezente Körnung wahrnehmbar ist. Bis ISO6400 sind die Bilder problemlos verwendbar, alles darüber ist nicht mehr brauchbar. Das war für mich der wichtigste Grund von der Nikon D50 auf die D700 umzusteigen.

Moderne Sensoren der D750 oder D8XX-Generation sind hier noch um einiges besser – auch die Nikon Df bringt hier nochmal mindestens einen Stop mehr. Wer wie ich ausschließlich in RAW fotografiert, wird über den Dynamikumfang des D700 Sensors (der gleiche wie im Profimodell Nikon D3) begeistert sein.

Letztendlich habe ich mich von der D700 getrennt, weil ich gern etwas mehr Auflösung wollte. Deshalb bin ich 2015 auf eine Nikon Df umgestiegen.

Mein Fazit zur Nikon D700

In den 2020er Jahren hat sich ein regelrechter Hype um die D700 entwickelt. Vor allem jüngere Fotografen entdecken die Kamera wieder. Zahlreiche Beiträge auf Social Media zeigen, dass die Kamera auch mehr als 10 Jahre nach Erscheinen noch viel Spaß und Freude beim Fotografieren und an den entstandenen Aufnahmen macht.

Die Kamera war für Nikon 2008 gemeinsam mit der D3 ein Meilenstein und hat das Unternehmen zurück an die Spitze gebracht. Erschwingliche Vollformatkameras waren damals selten, Nikon hat so für viele Fotografen den Zugang in ein professionelles Segment erleichtert.

Die Kamera ist auch heute noch sehr empfehlenswert. Ich war fast 5 Jahre mit der D700 überall auf der Welt unterwegs und hatte in keiner Situation das Gefühl, hier kann die Kamera kein brauchbares Bild mehr aufnehmen. Sowohl in Kombination mit kompakten Festbrennweiten als auch mit großen Teleobjektiven stimmt die Balance. Einzig und allein das hohe Gewicht von ungefähr einem Kilo macht auf Dauer zu schaffen. Besonders wenn man noch mehrere Objektive dabei hat, wünscht man sich nach einem Tag Streetfotografie eine leichtere Kamera.

Ich lasse meine Kameras regelmäßig durch Fotohändler meines Vertrauens checken und Sensoren reinigen, so ist ein langes Leben für die Kamera garantiert. Meine D700 musste einiges mitmachen, von tiefen bis sehr hohe Temperaturen und auch hohe Luftfeuchtigkeit – alles war dabei. Während meiner 5 Jahre mit der D700 musste ich zwei mal die Gummierungen tauschen, diese hatten sich besonders auf der Rückseite gelöst. Ich habe das jeweils bei autorisierten Nikon Vertragswerkstätten durchführen lassen und immer ungefähr 150€ dafür bezahlt. Ähnliche Probleme mit der Gummierung kannte ich von der Nikon D50 und auch von der Nikon Df. Vielleicht ist mein Handschweiß etwas aggressiver. Abgesehen davon lief diese Kamera problemlos und ist eine Empfehlung für alle, die eine günstige Profikamera suchen.

Jeder Fotograf verändert mit der Zeit seine Gewohnheiten und Arbeitsweise. Ich habe mit der Zeit die Lust an Festbrennweiten entdeckt und fotografiere fast ausschließlich mit kompakten Primes. Dafür ist mit mit der Zeit der Body der D700 zu groß und zu schwer geworden, weshalb ich auf eine Nikon Df umgestiegen bin. Dort habe ich lediglich das gute AF-System der D700 vermisst.

2025 kostet die D700 gebraucht, je nach Zustand, 400€ bis 500€. Gute Alternativen sind bspw. die Nikon D800 oder auch die kompakteren D610 oder D750 – die haben allerdings etwas weniger Funktionen.