Nikon D50 mit Nikon AF-S DX Nikkor 18-55 3,5-5.6 G ED

Nikon D50

Die Nikon D50 war 2007 die ideale Kamera um von analoger Fotografie auf digital umzusteigen oder den ersten Einstieg in das Segment digitale Spiegelreflexkamera zu wagen. Mit einem kompakten Body bietet sie alles, was Einsteiger brauchen und erfahrenere Fotografen insbesondere auf Reisen schätzen.

Meine persönliche Erfahrung mit dieser Kamera

Die Nikon D50 war meine erste digitale Spiegelreflexkamera. Ich habe die Kamera knapp 5 Jahre genutzt und im Jahr 2007 neu gekauft. Bis zu diesem Zeitpunkt nutzte ich digitale Kompaktkameras oder die damals sehr populären Bridge-Kameras, wo ein Superzoom-Objektiv mit einem kompakten Sensor kombiniert wurde. Spiegelreflex kannte ich nur analog, hier vor allem durch meinen Großvater das EOS System von Canon oder auch analoge Kameras von Praktika mit M42 Anschluss.

Auf der Suche nach einer Digitalkamera mit besserer Bildqualität überzeugte mich ein Freund mal eine Nikon auszuprobieren – und ich bin bis heute beim diesem Hersteller geblieben.

Die Nikon D50 ist eine kompakte digitale Spiegelreflexkamera, die mit einem 6 Megapixel auflösenden CCD Sensor im APS-C Format ausgestattet ist. Dank Nikon F Bajonett kann man eine Vielzahl an Objektiven, bspw. Nikon AF-, AF-D und AF-S Objektive sowohl fürs Vollformat, als auch für APS-C mit dieser Kamera kombinieren.

Das Gehäuse

Die D50 hat ein kompaktes Kunststoffgehäuse und ist in den Farben schwarz und silber erschienen. Der Vorteil des Gehäuses ist sein geringes Gewicht. Die Kamera wiegt mit eingelegtem Akku nur etwas über 600g. Der Nachteil ist klar die nicht so stark ausgelegte Robustheit. Vergleicht man das Gehäuse bspw. mit einer D700 liegen Welten dazwischen. Es ist nicht gegen Staub und Feuchtigkeit abgedichtet. Ich hatte die Kamera in den verschiedensten Klimabereichen im Einsatz – egal ob bei bis zu -20°C in Lappland oder bei über 40°C in Georgien – ich hatte keinerlei Probleme. Die Kamera war bei mir viele Jahre im Einsatz und war in der Realität immer robuster, als sie sich angefühlt hatte.

Das Gehäuse ist mit einem integrierten Blitzgerät ausgestattet, was bspw. zum Triggern von externen Blitzgeräten oder für Schnappschüsse zum Aufhellen sehr sinnvoll sein kann.

Sehr geschätzt habe ich auch das Schulterdisplay, dem man bspw. eingestellte Blende, Belichtungszeit, Empfindlichkeit oder das Programm entnehmen kann. Leider kann man es nicht beleuchten, so dass man bei Nachtfotografie immer eine Taschenlampe braucht.

Auf der linken Oberseite befindet sich ein großes Wahlrad, mit dem sowohl die üblichen Programme P, A, S und M ausgewählt werden können, als auch dedizierte Modi für Sport, Portrait, Makro usw. – und natürlich eine Vollautomatik. Die Kamera war u.a. auch für Zielgruppen im Markt positioniert, die ausschließlich mit Automatik fotografierten.

Mit einem für moderne Verhältnisse sehr kleinen Display kann man die Fotos anschauen, mittels eines Steuerkreuzes kann man durch Bilder und Menüs navigieren.

Das Gehäuse umfasst auch einen integrierten Autofokusmotor. Das ist insofern relevant, als es die Kompatibilität zu Nikon AF und AF-D Objektiven ermöglicht, die selbst keinen eigenen Autofokusmotor haben. Das ist ein großer Vorteil gegenüber den etwas später erschienenen ähnlich positionierten Modellen wie Nikon D40 oder Nikon D60, bei denen dieser Motor eingespart wurde.

Als Speichermedium nutzt die Kamera SD-Karten, es steht ein Slot zur Verfügung.

Bildqualität

Der CCD-Sensor der D50 löst mit 6 Megapixeln auf. Das ist für 2007 auch schon etwas mittelmäßig, dafür liefert der Sensor bei Basis-ISO200 und ISO400 wirklich gute Ergebnisse. Das Bildrauschen ist gering und wenn sichtbar, dann so harmonisch, dass es die Bilder nicht stört. Erhöht man die Lichtempfindlichkeit auf ISO800 oder sogar auf den maximalen Wert von ISO1600 ist es allerdings vorbei mit der tollen Bildqualität. ISO1600 sollte man möglichst vermeiden, das Rauschen ist hier sehr ausgeprägt. Man kann entweder in 8bit JPEG oder 12bit RAW fotografieren. Die RAWs haben tatsächlich noch ganz gute Reserven, man kann bspw. durch Schatten-Wiederherstellen noch einiges aus den Bildern rausholen.

Ich habe die meisten Fotos mit ISO200 oder ISO400 gemacht und bin nur selten in die höheren Empfindlichkeiten ausgewichen. Bspw. für Innenaufnahmen hat die Kombination mit einem Nikon SB-700 Blitzgerät hervorragende Ergebnisse geliefert.

Geeignete Objektive

Generell sollte man auch beachten, dass die Ergebnisse am Ende mehr vom Objektiv abhängig sind, als von der Kamera. Bspw. in Kombination mit lichtstarken Festbrennweiten – das günstige Nikon AF Nikkor 50mm f/1.8 D ist hier bspw. sehr empfehlenswert, kann man tolle Ergebnisse zu einem günstigen Preis erzielen. Ich habe mit der D50 auf Reisen meistens mit einem Sigma 17-70mm f/2.8-4.5 DC oder mit dem Tokina AT-X Pro 12-24 fotografiert. Das in den 2010er erschienene Nikon AF-S DX Nikkor 35mm 1.8 G wäre auch eine tolle Kombination. Klein, leicht, kompakt und lichtstark.

Die von Nikon erhältlichen Kit-Objektive 18-55mm sind nur bedingt empfehlenswert, die Abbildungsleistung ist deutlich schlechter als vergleichbare Objektive von Drittherstellern, wie Sigma oder Tamron. Aber bspw. das Nikon AF-S Nikkor 16-85 VR könnte mit dieser Kamera noch „Wunder vollbringen“.

Fazit

Rückblickend betrachtet, war die Nikon D50 eine wegweisende Kamera und zum Zeitpunkt des Erscheinens eine hervorragender Einstieg in die Fotografie mit digitalen Spiegelreflexkameras. Sie ist gut ausgestattet, robust und hat ein gutes Preis-Leistungsverhältnis.

Die Kamera und Sensor-Entwicklung hat bis ca. 10 Jahre nach Erscheinen dieser Kamera so große Sprünge gemacht, dass ich nach 2025 diese Kamera gebraucht nur dann empfehlen würde, wenn man sie fast geschenkt bekommt. Für 20€ bis 50€ kann man in diesem Segment auch besser ausgestattete Kameras wie die Nikon D200 oder D80 bekommen, für knapp 100€ wäre eine D300 eine tolle Kamera. Alternativ wäre eine Nikon D90 etwa in der gleichen Größe für ebenfalls knapp 100€ der deutlich bessere Kauf.