Nikon Z6 ein guter Ersatz für die Nikon Df?

Nikon Z6 ein guter Nikon Df Ersatz?

Wie viele von Euch wissen, bin ich stolzer Besitzer von gleich 2 Nikon Freak-Kameras. Die Nikon Coolpix A als meine liebste Street-Photography Kamera und die Nikon Df – mein Arbeitstier für jeden Zweck, besonders bei Low Light. Beide Kameras haben nicht den besten Autofokus der Welt und das ist natürlich schon ein Punkt, der einen immer mal wieder dazu bringt, sich umzuschauen.

Nikon Coolpix A
Nikon Df

Die Marketing-Strategen von Nikon, Sony oder Fuji sind natürlich großartig und wollen uns in neue Systeme bringen. Doch sollen wir der Versuchung vielleicht doch widerstehen?

Ich bin zwar seit 2007 Nikon User und dadurch auch ein wenig Fan der Marke, jedoch bezahle ich alles auf diesem Kanal selbst, jedes Objektiv, das ich teste, habe ich entweder gekauft oder geliehen – ich bekomme keinen Cent von Herstellern oder Händlern.  Dennoch besuche ich ab und zu Veranstaltungen, wie die Nikon Days in München. Dort hatte ich ausführlich Gelegenheit die Z6 und Z7 sowohl mit nativen Objektiven als auch mit adaptierten AF-s Objektiven auszuprobieren.

Systemwechsel von Nikon F auf Nikon Z?

Ich bin tatsächlich zwiegespalten ob ein Systemwechsel tatsächlich in Frage kommt. Die Z-Kameras fühlen sich gut an und bringen alle Features mit, die ich so oft als fehlend kritisiert habe. Bravo Nikon! Auftrag verstanden. Aber das Gefühl ist nicht ganz das selbe, wie bei einer Nikon DSLR, speziell meiner Df. Es ist kühler, technischer. Sicher, am Ende zählt das Bild und das ist richtig gut. Auch der AF, speziell der neue Augen AF ist großartig!

Tja, was jetzt. Wechseln? Sind DSLR tot? Stephan Wiesner hat erst kürzlich ein interessantes Video dazu veröffentlicht:

Ich finde das ganze Thema in meinem Fall schwierig – emotional hänge ich gerade eher an meiner Retro-Style Df, auch weil es das Fotografieren entschleunigt. Aber rational betrachtet, kann man es ja mal durchrechnen:

Rechnen wir es durch

Was ist mein Nikon F System wert?

Ich bin in ein Nikon F Vollformatsystem investiert, sowohl in einen teuren Body als auch in lichtstarke Festbrennweiten mit integriertem AF-Motor und ein AF-Objektiv mit Stangenantrieb. Dazu noch ein Systemblitz, der auch mit meiner Coolpix A kompatibel ist.

  • Nikon Df Vollformatbody mit 16 Megapixel und großartigem Low-Light-Verhalten aber schlechtem AF im Wert etwa 1.300€
  • Nikon AF-S Nikkor 35mm f/1.8 G ED im Wert von etwa 400€
  • Nikon AF-S Nikkor 50mm f/1.8 G SE im Wert von etwa 160€
  • Nikon AF-S Nikkor 85mm f/1.8 G im Wert von etwa 350€
  • Nikon AF Nikkor 70-210mm f/4 im Wert von etwa 120€
  • Nikon Coolpix A im Wert von etwa 200€
  • Nikon SB-700 Systemblitz im Wert von etwa 130€
  • Diverse SD-Speicherkarten im Wert von 50€

Das bedeutet zusammen ist der ganze Kram etwa 2.710€ wert – eigentlich eine ganz gute Ausgangslage. Allerdings möchte ich mich insbesondere von meinen Festbrennweiten nur ungern trennen.

Was kostet ein gleichwertiges Z6-System:

  • Nikon Z6 Vollformatbody mit 24 Megapixeln und großartigem Autofokusmodul für 1.800€
  • Nikon Z Nikkor 35mm f/1.8 S kostet 700€
  • Nikon Z Nikkor 50mm f/1.8 S kostet 400€
  • Nikon Z Nikkor 85mm f/1.8 S ist noch nicht erschienen
  • 64GB XQD Speicherkarte von Sony kostet 140€

Macht ohne das 85er zusammen knapp 3.040€, mit dem 85er wird man vermutlich irgendwo bei 3.700 rauskommen. Der Vorteil ist natürlich, dass man wesentlich hochwertigere Objektive und einen modernen Body mit Bildstabilisator verwenden kann.

Wie kann ein Kompromiss-Szenario aussehen?

Nikon bietet mit dem FTZ-Adapter die Möglichkeit bestehende F-Optiken an das Nikon Z System zu adaptieren. Das bringt die Vorteile des in die Z6 integrierten Bildstabilisators und des großartigen AF-Moduls mit sich. Allerdings können Objektive ohne integrierten AF-Motor – so wie mein 70-210mm f/4 nicht mehr mit AF sondern nur noch manuell genutzt werden. Ich möchte kein manuell fokussierendes Teleobjektiv. Und meine bestehenden SD-Karten kann ich an der Kamera auch nicht verwenden.

Der Kompromiss sieht also folgendermaßen aus:

  • Tausche Nikon Df gegen Nikon Z6
  • Kaufe eine XQD Karte
  • Behalte 35, 50 und 85mm Objektiv
  • Verkaufe 70-210mm
  • Verwende Nikon SB-700 Blitz weiter.

Das alles kostet am Ende 520€ Dann hätte ich einen modernen Body unter der Möglichkeit der Weiterverwendung meiner F-Objektive. Das Gesamtpaket ist dann dabei geringfügig schwerer als mit der Nikon Df, denn der Nikon Z6 Body wiegt zwar nur 675g, die Df wiegt 765g, jedoch der FTZ-Adapter wiegt auch nochmal 135g.

Fazit?

Als alles in Allem: 500€ für ein System das technisch absolut auf der Höhe der Zeit ist, mich aber emotional nicht anspricht und dazu ähnlich groß und schwer ist. Ich kann durch die zwar guten aber nicht nativen F Objektive die Stärken des Systems (noch) nicht ausnutzen. Ich werde jetzt erstmal weiter mit dem F-System arbeiten, auch in der Hoffnung, dass die Preise auf dem Gebrauchtmarkt für Objektive etwas sinken, wenn mehr Z-Objektive auf den Markt kommen.

Titelfoto Pablo García Saldaña bei Unsplash