Erfahrungsbericht Tokina AT-X 17 AF

Tokina AT-X 17 AF

Erfahrungsbericht Tokina AT-X 17 AF

Das Tokina AT-X 17mm AF f/3.5 ist ein Ultraweitwinkelobjektiv mit Autofokus für Nikon Vollformatkameras mit F-Bajonett. Es wurde zwischen 1993 und 1999 hergestellt. Neben diesem Objektiv gibt es noch eine zweite Variante mit Autofokus sowie zahlreiche manuell fokussierende Varianten.

Meine persönliche Meinung zu diesem Objektiv

Mein erstes richtiges Weitwinkelobjektiv war das Tokina AT-X 124 Pro DX, welches ich auf meiner Nikon D50 verwendet hatte. Die 12mm Anfangsbrennweite des DX-Zooms entsprechen etwa 18mm im Kleinbildformat. Ich habe damals vor allem Landschaften und Architektur damit fotografiert. Mit Umstieg auf Vollformatkameras habe ich das Objektiv verkauft und lange kein Ultraweitwinkel mehr angeschafft. Ich schwärme bekanntlich für Festbrennweiten und irgendwann bin ich beim Stöbern nach alten Objektiven über das 17mm von Tokina gestolpert und habe es gekauft. Seit dem wartete es endlich auf seinen ersten Einsatz an meiner Nikon Df Vollformatkamera.

Ich musste mich bei mehreren Fotospaziergängen auch erst wieder an ein so weites Blickfeld gewöhnen und lernen die Brennweite richtig einzusetzen. Ein paar der Fotos habe ich in diesem Bericht veröffentlicht, ich habe auch versucht es an einem sehr unbelebten Sonntagvormittagsspaziergang durch die Stadt für Street einzusetzen. Der Artikel dazu ist auf meiner Website christianmitschke.de veröffentlicht.

Tokina AT-X 17 AF von der Seite

Mit einem Tokina kauft man in der Regel eine hervorragende Verarbeitungsqualität – so auch bei diesem Objektiv. Das Objektiv ist Made in Japan. Vergleicht man die Verarbeitung mit anderen Drittherstellern aus den 1990er Jahren, ist die Qualität mindestens auf dem Niveau von originalen Nikon-Objektiven, wenn nicht sogar besser. Das Objektivgehäuse ist aus Metall gefertigt und beinhaltet auch eine fest verbaute Gegenlichtblende aus Metall, die innen weich ausgekleidet ist. Das Bajonett – ein Nikon F Bajonett – ist ebenfalls aus Metall.

Am Bajonett befindet sich ein Blendenring, so dass dieses Objektiv auch an alten manuellen analogen Kameras verwendet werden kann. Ein gummierter nicht ganz 1cm breiter Fokusring ermöglicht manuelles Fokussieren, das jedoch wie bei den meisten AF-Objektiven dieser Generation nicht wirklich angenehm weich und präzise möglich ist.

Mit ca. 400g Gewicht ist es für seine sehr kompakte Größe sogar schwerer als erwartet, die Balance an der Kamera ist mit dem Objektiv leicht kopflastig. Das Objektiv hat eine leicht nach außen gewölbte Frontlinse, das Verwenden von Filtern mit 72mm Durchmesser ist möglich. Man muss jedoch beachten, dass Filter zu Vignettierungen oder sogar Abschattungen führen könnten. Da sich die Frontlinse nicht dreht beim Fokussieren, können viele Arten von Filtern verwendet werden. Im praktischen Einsatz musste ich sehr aufpassen, dass ich nicht durch meine Finger, die die Gegenlichtblende umfassten leichte Abschattungen im Bild verursachte.

Tokina AT-X 17 AF Bajonett

Mit einer Anfangsbrennweite von f/3.5 ist das Objektiv für ein Weitwinkel recht lichtstark. Man kann bis f/22 abblenden. Auch bei Offenblende ist das Zentrum schon scharf, Abblenden reduziert die Vignette deutlich, die Schärfe wird auch bis in die Bildränder besser. Insgesamt sind die Bilder scharf und wirken auch in der Nachbearbeitung gut und nicht überschärft. Die Verzerrung hält sich für die kurze Brennweite erstaunlich in Grenzen. In Lightroom gibt es standardmäßig kein Profil, ich korrigiere die Verzeichnung manuell, wenn nötig.

Das Tokina AT-X 17mm f/3.5 ist ein Autofokusobjektiv mit Stangenantrieb. Das bedeutet, dass es an vielen Nikon Consumer-Kameras, die keinen integrierten Autofokusmotor besitzen nur manuell fokussiert werden kann. Das gleiche gilt für die Verwendung am Nikon FTZ Adapter für Nikon Z Kameras. Der Autofokus ist schnell und präzise, hat jedoch Schwierigkeiten bei starkem Gegenlicht an meiner Nikon Df. Ob das jetzt am AF-System meiner Kamera oder am Objektiv liegt, kann ich nicht beurteilen.

Die mit diesem Objektiv erzielten Fotos sind kontrastreich, Farben wirken kräftig und natürlich. Wie bei vielen Weitwinkelobjektiven muss man die starke Gegenlichtempfindlichkeit beachten. Auch schon seitliches Licht führt zu starken Lensflares, wie ich hier in einigen Beispielen zeige.

Tokina AT-X 17 AF Lensflares

 

Tokina AT-X 17 AF Lensflares

Mein Fazit

Die Stärken dieses Objektivs liegen auf jeden Fall in seiner sehr kompakten Bauweise – so kann man es eigentlich immer in der Fototasche dabei haben. Zum Lieferumfang gehört sogar ein Objektivköcher. Der Einsatzzweck ist Brennweitenbedingt begrenzt aber das gilt für alle Ultraweitwinkelobjektive. Farben und Kontraste machen absolut Freude, der letzte Tick an Bildschärfe eines teuren modernen Weitwinkelzooms wie das Tokina 16-28 f/2.8 oder das Nikon 14-24 fehlt allerdings zur Spitze. Allerdings zu Preisen von etwa 200€ gebraucht eine absolute Kaufempfehlung. Man bekommt ein Tokina-typisch gut verarbeitetes und robustes Arbeitsgerät. Für wen ist dieses Objektiv geeignet? Wer auf der Suche nach einer günstigen kurzen Festbrennweite mit Autofokus für seine Nikon Vollformatkamera ist, sollte das Tokina auf jeden Fall mal ausprobieren.

Beispielfotos

 

Links und Reviews zum Objektiv

 

#Weitwinkel #Tokina