Ein Lächeln im Gesicht – DSGVO konforme Street Fotografie

DSGVO konforme Street Fotografie

Wir Fotografen lieben Street Fotografie

Geht raus auf die Straße und fotografiert, ich schreibe das immer wieder. Doch in Zeiten der Europäischen Datenschutzgrundverordnung sollte man sich über die Erfassung und Verarbeitung personenbezogener Daten Gedanken machen.

Denn sobald eine natürliche, lebende Person auf einem Foto identifizierbar ist und durch die Metadaten Eures Fotos (Ort, Urzeit, Umgebung, Autokennzeichen) ein direkter Rückschluss auf einen Menschen möglich ist, benötigt man streng genommen die Zustimmung dieser Person. Spannend wird das ja, wenn auf einer typischen Straßenszene 20 oder 30 Personen sind.

Das Recht am eigenen Bild

Das Recht am eigenen Bild ist durch das Kunsturheberrecht schon länger geschützt, es sei denn die Personen sind als „Beiwerk“ zum eigentlichen Motiv auf dem Foto oder es handelt sich um Fotos im höheren Interesse der Kunst oder es sind Fotos von Versammlungen und größeren Menschenmassen.

Gibt es dieses höhere Interesse der Kunst noch? Ich schätze das würde ein Richter im Einzelfall abwägen – hurra und damit ist eine ganze Kunstform in Europa passé. Und das nicht, weil der Gesetzgeber kleinere Künstler und Amateurfotografen zu Millionenstrafen verdonnern wird, sondern weil eine Heerschar von Abmahnanwälten und Vereinen meint, das Recht für wirtschaftliche Zwecke missbrauchen zu müssen und uns mit Abmahnungen überziehen wird.

Inwiefern dieses Kunsturheberrecht jetzt durch die DSGVO abgelöst ist, wird sich durch die Rechtsprechung noch zeigen. Aber es läuft wohl darauf hinaus, dass wir Fotografen für das Thema Street Photography wohl auf das außereuropäische Ausland mit nicht EU-Bürgern als Motiv ausweichen müssen oder ob man die Personen, Kennzeichen usw. verfremden sollten.

Empfehlenswerte Quellen dazu

Es lohnt sich in dem Bereich ein wenig zu recherchieren, ich habe mich hier auch an den Artikeln von Fotorecht Seiler orientiert, der sich ausführlich mit dem Thema beschäftigt hat. Die Verordnungen und Kurzpapiere dazu findet man ausführlich auf den Seiten des Bayerischen Landesamts für Datenaufsicht.

 

Wie können DSGVO-konforme Fotos aussehen?

Möglichkeit 1: Jede person schriftlich um Zustimmung bitten. Wie dieser konkrete Fall beispielsweise beim Foto einer Straßenbahnhaltestelle aussieht, überlasse ich der Fantasie.

Möglichkeit 2: Nur dann fotografieren, wenn keine Menschen unterwegs sind. Gegen 4 Uhr morgens wäre hier eine geeignete Gelegenheit.

Möglichkeit 3: Personen unkenntlich machen. Ich war mit meiner Nikon Df und dem Nikon AI Nikkor 28mm in der Nürnberger Südstadt unterwegs und habe eine Technik ausprobiert, die ich in diesem Artikel hier http://bustitawayphotography.com/wp/children-of-the-revolution/ gelesen habe. Der Fotograf war in Cuba unterwegs und hat (hoffentlich) nicht EU-Bürger im nicht-EU Ausland fotografiert um nicht mit Europäischem Recht in Konflikt zu kommen.

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